Ehrlich...

Ich bin eine junge Mutter von 23 Jahren mit einem einjährigem ( seid dem 10. 08.10) Sohn.

Seid ich Mutter bin habe ich schon öfter das Gefühl gehabt, dass ich jetzt nicht mehr kann. Besonders in der Zeit nach der Geburt als ich stillte und solangsam die Glücksgefühle nachließen und der "Alltag" einkehrte und mein Sohn alle zwei Std trinken wollte.

Aber jetzt vor kurzem bin ich mit ihm Umgezogen und ich denke der zusätzliche Stress davon, dann die Zähnchen, die bei ihm durchkommen und die ganze Anspannung von mir (mein Sohn ist das sehr sensiebel bei mir ) haben es wieder ausgelöst, dass die vorher enlichdlich ruhigen durchschlafen Nächte wieder vorbei waren. Die erste Wiche in unserer neuen Wohnung waren super, da hatte er auch noch Nachts durchgeschlafen und war tagsüber sehr gut drauf. In der zweiten Woche habe ich davon nur noch Träumen können. Tagträumen allerdings weil ich ihn nachts auch nicht mehr beruhigen konnte. Er weinte viel, wollte nur noch auf den Arm, schrie sobald ich das Zimmer verließ und sei es nur um einen Teller in die Küche zu bringen und er war noch im Wohnzimmer.

Der akute Schlafmangel und der ganze Stress taten sein übriges sodass ich einfach nicht mehr konnte. Ich wollte nur noch meine Ruhe, mal wieder ausschlafen und ihn nicht mehr sehen und hören. In einigen Gesprächen mit anderen Müttern, die schon mehr Erfahrung haben und älter sind als ich wurde mir gesagtr das das völlig normal ist. Jede Mutter kommt mal an soeinen Punkt, es traut sich nur niemand zuzugeben.

Mittlerweile bin ich auch der Überzeugung dass jede Mutter die sagt, Nein, ich wollte mein Kind noch nie loswerden. Wie kannst du nur soetwas sagen? schlicht und ergreifend einfach lügt. Und zwar sehr.

Ich frage mich wieso dass immer noch soein Tabuthema ist, wo es doch jedem mal so geht? Schlißlich sind wir doch alle nur Menschen mit natürlichen Grenzen, bei dem einen ist diese zwar höher, bei dem anderen niedriger, aber irgendwann ist jeder an seiner Grenze. Das ist also total normal. Wieso also nicht auch darüber reden? Und zwar einfach nur ehrlich?

Dass ist ein Thema dass mich sehr wütend macht weil ich mir denke, dass alle Beteiligten sich wesentlich besser fühlen wenn man weiß dass das normal ist und etwas dagegend tun kann?

Wieso sollte man auch nicht einfach mal so ehrlich und stark genug sein seine eigene Schwäche zuzugeben? Denn soeine hat jeder. Nur wird das immer verschwiegen!!!

Bild von angie0977

Hallo Maryn,

ich finde Deinen Beitrag sehr gut und ich stimme Dir zu, dass Mütter nicht immer ehrlich mit ihren Gefühlen sind. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch grau, grün und rot etc.

Es gibt Tage, da ist man ausgepowert und verletztlich und das kleine hilflose Kind weiß das nicht und wünscht sich trotzdem die Zuwendung, die es auch verdient. Doch man kann nur das geben, was man z.Zt. geben kann. Und wenn man selber ausgelaugt ist, dann ist das leider nicht sehr viel. Aber wenn man dann die Stärke besitzt und sich das eingesteht und sich Hilfe sucht, dann zeugt das von großer Mutterliebe, weil man sein Kind trotz seiner eigenen Schwäche nicht allein läßt.

Ich heiße Anja und bin seit dem 04.04.2009 Mutter einer kleinen süßen Tochter namens Aylin. Ich muß dazu sagen, dass ich die ersten Tage der Schwangerschaft mit dem Gedanken gespielt habe es nicht zu bekommen, aber dann habe ich mir professionelle Hilfe geholt und bin zur Donum Vitaè gegangen. Es war nie mein Traum alleinerziehend zu sein, aber meistens kommt es anders als man denkt und sich erhofft hat. Ich bin immer gegen Abtreibung gewesen, deshalb war ich noch viel schockierter über mich, dass ich überhaupt diesen Gedanken gehabt habe. WARUM???

Ich hatte Angst vor der Verantwortung und habe mich gefragt, ob ich denn wirklich eine gute Mutter sein könnte. Ich bin zwar eine gute Tante, aber Nichten und Neffen kann man wieder abgeben, wenn man nicht mehr kann. Ein eigenes Kind ist da widerum etwas ganz anderes.

Doch meine Bedenken waren schon nach kurzer Zeit wie weggeblasen und ich freute mich auf mein Kind. Als ich meine Kleine dann das erste Mal in den Armen hielt spürte ich, dass ich nie wieder allein sein würde. Und das gibt mir bis heute Kraft.

Aber ich weiß, dass es auch mal schlechte Tage geben wird. Tage an denen ich wg. der finanziellen Situation ziemlich gestresst sein werde, aber ich weiß mir dann zu helfen.

Das Wichtigste ist: SEIT NICHT BESCHÄMT UM HILFE ZU FRAGEN.

Ich lebe nach der Devise: EIN BABY WAS NICHT SCHREIT, KRIEGT AUCH KEINEN SCHNULLER.

Ich wünsche allen Usern dieses Forum alles Gute und die Kraft EURE Kinder zu verantwortungsbewußten, liebevollen und starken Persönlichkeiten zu erziehen.

LG Anja

Bild von Maren Vergiels

Finde ich gut, dass du so eine Gruppe gegründet hat. Und ich finde es gut, dass du bereit bist, dir helfen zu lassen und hier in der Community Rat suchst. Ich drücke dir die Daumen, dass sich viele zu diesem Thema äußern.

Maren