Warum Hucklebery Finn nicht süchtig wurde
Neulich saß ich mit einer Freundin im Cafe die mir erzählte das ihr Sohn ihr gestanden hat das er gekifft hat. Mit 13! Der Schock saß tief.
Mich beschleicht bei dem Gedanken an Drogen im Bezug auf meine Tochter ein unangenehmes Gefühl.
Schnell kommen mir Bilder von Drogensüchtigen und Alkoholikern in den Sinn, verbunden mit der Vorstellung eines ständig wachsenden Angebotsmarktes neuer Suchtmittel.
Ich bin auf ein sehr gutes Buch gestoßen:
Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum Huck Finn – oder auch die wilde Pippi Langstrumpf – so gesund auf uns gewirkt haben? Obwohl sich beide in schweren Lebenslagen befanden? Sie sind ohne Eltern aufgewachsen!
Was hat die beiden eigentlich so stark gemacht? Was hat sie – trotz aller Gefahrenmomente und Defizite – immer wieder geschützt und getragen?
Wenn Huckleberry Finn nicht süchtig wurde, dann deshalb, weil er sich das Recht und die Zeit nahm, seine Sehnsüchte und Träume auszuleben, meint Eckhard Schiffer in seinem Buch mit dem selbigen Titel und zeigt, dass viele Kinder und Jugendliche diese Möglichkeit nicht haben.
Anhand von Krankengeschichten wird deutlich, wie Sucht entsteht, welches Ursachengeflecht sie auslösen kann und wie man ihr wirksam vorbeugen kann konkret und praktisch.
Haben wir genügend Vetrauen, das unsere Kinder nicht zu denen gehören die mitmachen?
Wichtig bei dabei ist aber daran zu denken, dass eine Suchtentstehung ein beinah "alltäglicher" Vorgang abseits dieser Bedrohungsszenarien ist.
Sicherlich ein Anreiz darüber mal nachzudenken oder hier mal die eine oder andere Erfahrung auszutauschen.
Ich freue mich über eure Beiträge.
Liebe Grüße
Silke
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04. Mai 2010 | Autor/in: Valeska
Liebe Silke!
Ein interessantes Thema! Meine Gedanken dazu:
Es gibt ja die unterschiedlichsten Ursachen, wie Süchte entstehen. Und es gibt die unterschiedlichsten Süchte. Wir denken immer nur an Alkohol, Rauschgift und Zigaretten. Aber was ist mit Magersucht, Computerspielen, Kaufsucht - drei ganz unterschiedliche Dinge.
Wie gut wäre es, wenn man das Entstehen von Süchten immer im Frühstadium erkennen könnte und in eine andere Richtung lenken könnte. Ich glaube, das Schwierige ist immer, zu sagen, wo die Sucht anfängt. Oder wer will mir erzählen, dass das bei den o.g. so einfach ist?
Ein Beispiel: Wenn mein Sohn mit 12 heimlich eine Zigarette raucht, ist das zwar nicht gerade schön, aber noch kein Grund zu vermuten, dass er zwangsläufig Raucher wird.
Oder anders gesagt: Die meisten Jugendlichen schlagen irgendwann mal über die Stränge und trinken zu viel. Aber muss ich mir dann gleich Sorgen machen? Ab wann muss ich mir Sorgen machen? Wenn er das regelmäßig tut? Jedes WE? Ab welchem Alter sollte man Jugendlichen Alkohol überhaupt erlauben? Und wie viel? Und in welchen Zusammenhängen? Darf ich vor den Augen meiner Kinder Alkohol trinken, auch wenn ich es ihnen verbiete? usw.
Oder: Wenn meine Tochter dauernd auf die Waage steigt und abends nur noch einen Apfel essen will, kann das ein Tick sein, der sich irgendwann von selbst erledigt. Oder soll ich lieber gleich mit ihr zum Pychologen? Ab wann wird es bedenklich?
Diese Beispiele ließen sich beliebig weiterführen.
Und ich glaube, genau da liegt die Schwierigkeit - die Grenzen sind unklar - ebenso das richtige Verhalten.
Mich würde eure Meinung dazu interessieren!!
13. April 2010 | Autor/in: Silke
Beschäftigt sich hier keiner mit diesem Thema?