Nie mehr Thriller
Kategorie: aus dem Leben
01. Juli 2009 | 0 Kommentare »
Michael Jackson ist tot. Der King of Pop war einer der berühmtesten Alleinerziehenden und hinterlässt drei Kinder. Unvergessen bleibt, wie er seinen Sohn aus dem Fenster des Hotels Adlon hielt, um ihn seinen Fans zu zeigen oder dass die Kinder stets mit Tüchern über dem Kopf in der Öffentlichkeit waren. Zum Glück passiert es nur wenigen Alleinerziehenden, dass sie mit ihren Kindern nur mit Tüchern über dem Kopf auf die Straße können. Es gibt auch kaum Alleinerziehende, die mit ihren Kindern im Adlon residieren. Die Geschichten, Gerichtsverfahren und kolportierten Gerüchte über den allein erziehenden Vater Michael Jackson reizen zum Zynismus. Es ist aber nicht die Sensationsgier, die mich zur Einelternfamilie Jackson hinsehen lässt. Es ist die Überraschung darüber, dass in keinem Zeitungsbericht, in keinem Beitrag, in keiner Hommage genannt wurde, dass er alleinerziehend war. Warum ist das so? Nicht nur, dass Jackson einiges Personal beschäftigt hatte, das ihm die Mühen des Vaterseins vereinfachte, sondern er war vor allem als "King of Pop" bekannt. Der berufliche Erfolg lenkte die Aufmerksamkeit von seinem Familienstand ab. Und sicher hatte es auch etwas damit zu tun, dass er nicht die "Queen of Pop" war, denn Madonnas zukünftige Einelternfamilei wird deutlich häufiger medialisiert. Wann werden Alleinerziehende, egal welcher beruflichen Ausrichtung, nur noch als "Queen of Internetredaktion" oder "Queen of Edeka-Filiale" oder "King of SAP-Beratung" wahrgenommen?

