Ich führe heute ein sehr glückliches Leben
Thema: geschieden
06. August 2009 | 0 Kommentare »
Mit der Geburt meines ersten Kindes habe ich meinen Beruf als Innenarchitektin aufgegeben. Ich wollte voll und ganz für meine Kinder da sein und so war mein Ex-Mann für das Geldverdienen zuständig. Doch das Leben als Mutter und Hausfrau hat mich nicht ausgefüllt und der Wunsch, wieder arbeiten zu gehen, wurde immer stärker. Da der Berufseinstieg nach einigen Jahren Auszeit nicht einfach ist, entschloss ich mich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Dies war keine blauäugige Entscheidung, sondern ein Coaching half mir, meine Ziele sowie eine Marktnische herauszuarbeiten. Ich habe mir eine Tagesmutter gesucht und mit ihrer Hilfe konnte ich wieder halbtags arbeiten. Nach der Trennung von meinem Mann habe ich mir allerdings eine Festanstellung gesucht, denn die finanzielle Sicherheit war mir wichtiger, als meine eigene Chefin zu sein mit einer unsicheren Auftragslage. Seitdem arbeite ich Vollzeit.
Gute Organisation ist wichtig
Meine Tochter Julia, 12 Jahre, und mein Sohn Florian, 9 Jahre, sind bei einer Tagesmutter, wo sie auch essen und die Hausaufgaben machen. Ich bin stolz auf meine beiden Kinder und finde, dass sie durch meine Berufstätigkeit schneller selbstständig geworden sind. Julia hat ihre Liebe zum Schwimmen entdeckt und trainiert zwei Mal in der Woche. Florian betreibt Judo und kann es kaum erwarten, wenn sein Training los geht. An den Wochenenden wechseln mein Ex-Mann und ich uns mit den Kindern ab und auch die Ferien teilen wir uns auf. Das Wichtigste ist gute Organisation, denn sonst würde überhaupt nichts funktionieren.
Manchmal wünsche ich mir etwas mehr Zeit für mich. Einfach mal nichts tun oder ein gutes Buch am Stück lesen. So hetze ich durch den Tag und zwischen Beruf, Kinder und Haushalt bleibt nur wenig Platz für Mußestunden. Aber meinen Beruf zurückfahren und wieder halbtags arbeiten, kommt für mich nicht in Frage. Mir ist es wichtig, mein eigenes Geld zu verdienen und finanziell unabhängig zu sein. Außerdem liebe ich meinen Beruf. Aber auch, wenn ich Vollzeit berufstätig bin, können wir uns trotz allem vieles nicht leisten. Größere Anschaffung oder auch Markenkleidung sind bei uns nicht drin. Meine Kinder nörgeln zwar, aber durch ihren Sport haben sie eine Betätigung gefunden, die sie ausfüllt und in der sie zeigen können, was in ihnen steckt. Dadurch verlagert sich nicht alles auf das Äußere.
Auftanken und regenerieren
Trotz der wenigen Zeit, die ich habe, mache ich seit zwei Jahren regelmäßig Tai Chi und gehe zusätzlich seit sechs Monaten joggen. Beides ist sehr wichtig für mich und hilft mir, den Herausforderungen besser begegnen zu können. Ich bin seitdem ruhiger und ausgeglichener. Heute bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich sagen kann, dass ich ein sehr glückliches Leben führe. Und natürlich habe ich auch noch Ziele. Wenn meine Kinder älter sind, würde ich gerne mehr reisen und noch einiges von der Welt sehen. Und auch beruflich möchte ich mich verbessern.
Karin S. (der Name wurde geändert)

