Besser essen: Keine Chance für Übergewicht bei Kindern
Thema: Ernährung
02. Februar 2010 | Autor/in: Melanie Kirk-Mechtel | 3 Kommentare »
Zum Zeitpunkt der Einschulung ist in Deutschland etwa jedes zehnte Kind übergewichtig, jedes zwanzigste sogar fettleibig (adipös) – Tendenz zunehmend. Dass aus diesen Kindern mit größter Wahrscheinlichkeit auch dicke Erwachsene werden, ist durch zahlreiche Studien belegt worden. Und das mit weit reichenden Folgen für die Gesundheit: Bluthochdruck, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Diabetes treten immer häufiger nicht erst im Erwachsenenalter, sondern schon bei Kindern auf. Um diese Entwicklung zu stoppen, sollte eine sinnvolle Gesundheitserziehung schon im Kleinkindalter ansetzen. Denn ihr Ernährungsverhalten lernen Kinder durch Nachahmung und Gewohnheiten. Und beides übernehmen sie zum großen Teil von den Eltern. Hier gilt es, schon früh die richtigen Signale zu setzen.
Der Lebensstil ist entscheidend
Vor allem der veränderte Lebensstil von Familien wird für den dramatischen Anstieg von Übergewicht bei Kindern verantwortlich gemacht. Gerade wenn allein erziehende Elternteile berufstätig sind, bleibt oft wenig Zeit zum Kochen oder für gemeinsame Mahlzeiten. Genau das aber wäre so wichtig, damit Kinder eine ausgewogene Energiebilanz haben, d.h. so viel Energie aufnehmen, wie sie verbrauchen. Denn wie eine von der „Plattform Ernährung und Bewegung e.V.“ (peb) in Auftrag gegebene Umfrage ergab, besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Kinder. Danach bewegen sich Kinder aus Haushalten, die sich Zeit für gemeinsame Mahlzeiten nehmen, deutlich mehr.
Intensive Bewegung pro Tag:
weniger als 1 Stunde = 34%
1-2 Stunden = 43%
mehr als 2 Stunden = 23%
Gemeinsame Mahlzeiten mit den Eltern:
weniger als 1 Stunde = 36%
1-2 Stunden = 45%
mehr als 2 Stunden = 59%
Quelle: Plattform Ernährung und Bewegung e.V.
Richtig selten geworden ist in den Familien die gemeinsame Bewegung von Eltern und Kindern: Lediglich in 20 Prozent der deutschen Haushalte unternehmen Erwachsene und Kinder jeden Tag etwas gemeinsam an der frischen Luft. An diesem Punkt setzen viele Projekte und Aktionen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Übergewicht an, denn die zwei tragenden Säulen für einen gesunden und schlanken Lebensstil sind ausreichende Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.
Gesamtgesellschaftliches Handeln ist gefragt
Auch wenn die Gesundheitserziehung in erster Linie in der Hand der Eltern liegt, stehen nicht nur die Familien in der Pflicht, den Kindern den Weg in ein gesundes und aktives Leben zu ebnen. Vielmehr sind Kräfte aus allen gesellschaftlichen Bereichen gefragt, um Übergewicht den Kampf anzusagen. Die politischen Rahmenbedingungen für ein gesamtgesellschaftliches Handeln setzte die Bundesregierung mit „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“. Ziel des so genannten „Nationalen Aktionsplans“ ist es, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland nachhaltig zu verbessern und dadurch ernährungsmitbedingten Krankheiten vorzubeugen. Zahlreiche Akteure unterstützen den Nationalen Aktionsplan IN FORM, so auch die bereits genannte Plattform für Ernährung und Bewegung e.V. (peb), die 2004 auf Initiative des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMELV) sowie sieben weiteren Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile beteiligen sich rund 100 Mitglieder wie wissenschaftliche Institutionen, Interessenvertretungen, gesellschaftliche Initiativen und eine Vielzahl an Unternehmen an der Plattform, die sich als starkes Kompetenznetzwerk aller gesellschaftlichen Kräfte versteht, das die notwendige Überzeugungskraft und Dynamik erzeugen kann, um den Lebensstil dauerhaft zu verändern. Das Ziel von peb ist es, Kinder gemeinsam mit ihren Eltern in ihrer Kompetenz für einen ausgewogenen Lebensstil zu stärken.
Mehr Infos unter http://www.ernaehrung-und-bewegung.de/
Mehr zum Nationalen Aktionsplan IN FORM und zu den Projekten und Initiativen des Bundes, der Länder, Kommunen und Städte sowie der Zivilgesellschaft gibt es unter www.in-form.de. Hier finden Eltern auch Ernährungstipps wissenschaftlich anerkannter Institutionen.


31. März 2010 | Autor/in: MVL
Hallo, sehe ich genau so!
Viele Mütter können, wollen und schaffen es zeitlich nicht mehr zu Kochen, schade....
Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Wasser.
Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel! Es sollte bestimmte Kriterien hinsichtlich der Reinheit und Genusstauglichkeit erfüllen.
Lebensmittel NR.1, mag das Essen nicht so sein wie es sein sollte, wenn wir oder die Kinder nicht ausreichend Trinken, ich spreche von (Gesundem Wasser), schaft der Körper sich nicht von den Fremdstoffen zu befreien (auspühlen) und es hat gravierende Folgen auf die Zukunft.
Zum heutigen Stadpunkt sage ich: VORSICHT !!!
Die Allergien kommen nicht nur aus der Nahrung, Kinder sind teilweise, Aufgrund der Belassungen nicht mehr in der lage ein Gesundes Immunsystem aufzubauen.
Bitte pass auf was eure Kinder trinken, viele Minerallwässer sind schädlich vor allem PET Flaschen
Das Umweltbundesamt empfiehlt, abgestandenes Trinkwasser erst ablaufen zu lassen und nur das kühlere, frische Wasser für die Zubereitung von (Säuglings-)Nahrung zu verwenden. Dies gilt besonders nach längerer Abwesenheit, wie z.B. nach dem Urlaub.
http://www.youtube.com/watch?v=YOi2GAgJrUs
zum Verständnis : Uran - Radioaktives Element usw....
15. Februar 2010 | Autor/in: Martha
Naja, da ist auch wieder die Frage von wann "früher" Du sprichst. Noch bis weit in die 70er Jahre hinein haben Eltern der Nachkriegsgeneration ihren Kindern verschimmelte Lebensmittel gegeben (bzw. den Schimmel abgeschnitten). Fertiglebensmittel müssen nicht zwingend schlechter sein als frische. Tiefgekühltes Obst und Gemüse hat teilweise ja mehr Nährstoffe als wenn es aus Südafrika eingeflogen wird. Ich finde, alles hat zwei Seiten und wir sollten uns in diesem reichen Land nicht immer mit der Ernährung verrückt machen lassen.
08. Februar 2010 | Autor/in: Valeska
Ich habe auch das Gefühl, dass es immer mehr dicke Kinder gibt. Außerdem fällt mir in letzter Zeit verstärkt auf, dass immer mehr Kinder an irgendwelchen Lebensmittelallergien leiden. Ich frage mich, ob das eine Folge der vielen Fertigprodukte ist. Früher wurde viel mehr frisch gekocht und selbst gemacht. Heute kann man alles schon fertig kaufen und braucht es nur noch aufzuwärmen. Dadurch verlernen die Kinder ja auch jeglichen Bezug zu ihrer Nahrung. Und sie lernen gar nicht mehr wie man z.B. Kartoffelpüree selbst macht oder einen guten Eintopf kocht. Alles kommt aus der Dose, der Tüte oder der Tiefkühlpackung.